Wo sind Vorbilder für die berufliche Entwicklung von Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt? (Raum 13 - Slot 3)
19.02.2026 , Raum 13 (GW2 B3850)


Wie ist der inhaltliche Status Ihres Beitrags?

Präsentation laufender Forschungsprojekte (Zwischenstand)

Literatur

Bandura, A. (Hrsg.). (2021). Psychological modeling. Conflicting theories (Classic edition). New York NY: Routledge.

Battistini, M. (2014). Ganz normale Exotinnen: Erfolgsfaktoren und Fallstricke in der Arbeit mit Role Models. In MINT gewinnt Schülerinnen: Erfolgsfaktoren von Schülerinnen-Projekten in MINT (S. 93-110). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.

Gibson, D. E. (2004). Role models in career development: New directions for theory and research. Journal of Vocational Behavior, 65(1), 134–156.

Schwuchow, K., Gutmann, J. (2010). Personalentwicklung im Paradigmenwechsel. Personalwirtschaft, November, 2010, 14-15.

Abstract Einzelbeitrag zum SymposiumPlus

Sowohl in der Praxis als auch in der Forschung liegt eine Forschungslücke vor, wenn es darum geht, wie Führungskräfte mit Behinderung im beruflichen Kontext als Vorbilder für Bewerbende oder Beschäftigte mit Behinderung wirken können. Anhand der Erkenntnisse aus anderen Bereichen lässt sich jedoch ableiten, dass Role Models für marginalisierte Gruppen positive Effekte haben können, etwa bei Frauen in MINT-Berufen (Battistini, 2014). Sichtbare Vorbilder können das Selbstverständnis, die Karriereschritte und die Erwartungshaltungen beeinflussen (Bandura, 2021; Gibson, 2004; Schwuchow, Gutmann, 2010) und eine stärkende Wirkung auf Beschäftigte und potentielle Bewerbende mit Behinderung haben. Es ist anzunehmen, dass berufliche Vorbilder die berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung nachhaltig begünstigen. Darüber hinaus können Führungskräfte mit Behinderung, die als Role Models sichtbar sind, den Wandel hin zu einer inklusiven Haltung im Unternehmen anstoßen. Im Rahmen des Forschung-Praxis-Projektes “Vorbildlich in Führung gehen! Mit Role Models Inklusion in Arbeit stärken“ wurde eine Toolbox auf der Basis eines wissenschaftlichen Rahmenmodells konzipiert, die Unternehmen beim Einsatz von Vorbildern im Unternehmen helfen soll (https://www.role-models.de). Die Toolbox dient unter anderem dazu, Führungskräfte mit Behinderung als potentielle Role Models zu identifizieren und deren Sichtbarmachung zu unterstützen. Aktuell befindet sich die Toolbox in der Erprobung und soll anschließend basierend auf erforschter Praxiserfahrungen iterativ angepasst werden, um konkrete Rahmenbedingungen, Anreize und Akteurinnen und Akteure im Betrieb zu berücksichtigen. Während der Entwicklung stellen sich fortlaufend Fragen wie: Welche Anreize und Ressourcen sind notwendig, damit Führungskräfte mit Behinderung sichtbar werden wollen? Wie wird eine Führungskraft mit Behinderung zum Role Model? Welche betrieblichen Akteurinnen und Akteure können unterstützend wirken und wie können sie in den Prozess eingebunden werden?