18.02.2026 –, Raum 9(GW2 B2335)
Präsentation einer Projektidee oder eines Forschungsdesigns (geplante Projekte)
Literatur –Ahrens-Eipper, S., & Pötschke, M. (2017). Leistungsangst im Sportunterricht und Wege zu deren Reduktion. Lernen und Lernstörungen, 6(2), 87–99. https://doi.org/10.1024/2235-0977/a000169
Cavelti, M. (1989). Angst im Geräteturnen. Universität Bern. Abruf unter https://www.sportunterricht.ch/Theorie/angst.php
Gerber, R., & Layh, S. (10.11.22). Angstfach Sport? Wie können Sportlehrkräfte dafür sorgen, dass sich kein Kind im Unterricht beschämt oder verunsichert fühlt? Interview mit Prof. Dr. Ina Hunger (pluspunkt). DGUV. Abruf unter https://www.pluspunkt.dguv.de/angstfach-sport/
Giese, M., Haegele, J. A., & Maher, A. J. (2023). The Ableist Underpinning of Normative Motor Assessments in Adapted Physical Education. Journal of Teaching in Physical Education, 1–7. https://doi.org/10.1123/jtpe.2022-0239
Konowalczyk, S., & Wolter, V. (2021). Angst und Angstbewältigung im Turnen. Sportunterricht, 70(4), 147–151.
Lütje-Klose, B. (2014). Kooperation in multiprofessionellen Teams. Fördern als gemeinsame Aufgabe in inklusiven Schulen. Friedrich-Jahresheft (Fördern), 32, 26–29.
Miethling, W.‑D. (1992). Ängste von Sportlehrer/innen. Sportpädagogik(5), 17–22.
Neumann, P., & Katzer, D. (2010). Etwas wagen und verantworten im Schulsport. Didaktische Impulse und Praxishilfen. Meyer & Meyer.
Rohleder, J., & Vogt, T. (2022). Kontaktlos „Helfen lernen“? Chancen und Grenzen eines mediendidaktischen Lehr-Lernkonzepts für die Turnausbildung angehender Sportlehrkräfte. German Journal of Exercise and Sport Research, 52(1), 159-167.
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Das Projekt IViT (Inklusive Vermittlung im Turnen) an der Deutschen Sporthochschule Köln verortet sich im Spannungsfeld von Bildungsutopie und Systemkonformität, das die Inklusionsforschung seit jeher prägt. Während Inklusion in der schulischen Praxis häufig auf die Ebene der Schüler:innen reduziert und im Modus individueller Förderung ausgedeutet wird, richtet IViT den Blick auf ein bislang randständiges Feld: die Rolle von Menschen mit Behinderung als Lehrkräfte im Bildungssystem. Sie treten im Projekt zugleich – im wahrsten Sinne des Wortes ‚Personalunion‘ - als Hochschullehrende und als abled Activists in eigener Sache auf u. eröffnen damit eine doppelte Perspektive, die sowohl strukturelle Diskriminierung sichtbar macht als auch transformatorisches Potential entfaltet.
Im Rahmen der Lehrveranstaltungen Turnen an der DSHS Köln Sport erproben Studierende Co-Teaching-Formate mit Lehrenden mit und ohne Behinderung. Dadurch entstehen Erfahrungsräume in diesem hyper-abled-Body-Environment, in denen Inklusion nicht als abstrakte Norm, sondern als gelebte Aushandlung erfahrbar wird. Der Anspruch, Lehramtsstudierende durch partizipative, digital gestützte Lehrmethoden in Handlungskompetenzen zu versetzen, verbindet sich mit der pol. Dimension des Projekts: Inklusion wird hier nicht nur als päd. Ziel, sondern als strukturelle und berufspolitische Frage verhandelt.
IViT zeigt exemplarisch, wie eng sich Forschung, Haltung und Aktivismus in der Inklusionsforschung verschränken. Es eröffnet Fragen nach den normativen Setzungen, die wissenschaftliches Arbeiten leiten, nach den Bedingungen, unter denen Betroffene gleichberechtigten Zugang zu akademischen Räumen erhalten, und nach der Gefahr, dass systemkritische Impulse im Modus wissenschaftlicher Distanz entschärft werden. Im Spiegel dieser Ambivalenzen wird deutlich: Inklusionsforschung ist ohne politische Positionierung nicht denkbar.
IViT lotet die Möglichkeiten aus, Inklusion in der Hochschullehre sowohl praktisch umzusetzen als auch als Forschungsfrage kritisch zu reflektieren – im Sinne eines „if it“: Was wäre, wenn inklusive Strukturen konsequent gedacht und realisiert würden?
Im Sinne des Projekttitels „if it“ ließe sich zuspitzen: Was wäre, wenn Inklusion nicht nur als Gegenstand, sondern auch als Prinzip wissenschaftlichen Arbeitens und akad. Strukturen verstanden würde? Was wäre, wenn Hochschullehre selbst zu einem Ort würde, an dem Forschung, Haltung und Aktivismus unauflösbar ineinandergreifen?
Autoethnografie, Sportpädagogik
Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Barrierefreiheit (kommunikativ bis räumlich), Inklusion und Teilhabe. Im Fokus steht die strukturelle und nachhaltige Verankerung von baulicher und kommunikativer Barrierefreiheit in Organisationen, Projekten und Sport sowie Kultur.
Barrierefreiheit wird als kontinuierlicher Prozess verstanden, der weitergedacht, gemeinsam entwickelt und langfristig gesichert werden muss..