Übergänge von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen auf den ersten Arbeitsmarkt - Ergebnisse aus der Begleitforschung des Bremer Projekts AdeA (Auf den ersten Arbeitsmarkt)
18.02.2026 , Raum 13 (GW2 B3850)


Abstract Einzelbeitrag zum SymposiumPlus

Obwohl es bereits zahlreiche Erkenntnisse darüber gibt, welche Faktoren zu einem Gelingen inklusiver beruflicher Bildungs- und Übergangsprozesse ins Berufsleben beitragen (vgl. Arndt/Neises u. a. (Hrsg.) 2018; Lindmeier/Fasching u. a. (Hrsg.) 2019), sind Menschen mit Beeinträchtigungen beim Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt nach wie vor durch strukturelle und inhaltliche Faktoren benachteiligt (vgl. Arndt 2018; Oehme 2025). Insbesondere für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen fehlen (inklusive) berufsorientierende (Aus)Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten, die eine selbstbestimmte berufliche Orientierung und Berufswahl ermöglichen. Somit mündet ihr Bildungsweg nach wie vor in die WfbM (vgl. Lindmeier/Schrör 2015, Nepomyashcha 2021, 21 ff.). Die „Expertise Inklusion 2022“ belegt, dass auch in Bremen inklusive berufliche Bildungsangebote für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen fehlen und Handlungsbedarf besteht (Idel/Korff u.a. 2022, 78 ff.).
Um Wahlmöglichkeiten für diesen Personenkreis im Bereich der beruflichen Orientierung zu etablieren und die Inklusion auf dem ersten Arbeitsmarkt zu stärken, hat der Verein „Eine Schule für Alle Bremen e. V.“ in Bremen ein Projekt initiiert, das im Mai 2024 gestartet ist. Es ermöglicht jungen Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, sich intensiv mit den eigenen beruflichen Interessen auseinanderzusetzen und sich in enger Kooperation mit Betrieben auf eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Das Ziel ist eine es, eine dauerhafte Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt aufzunehmen (vgl. https://adea-bremen.de/). In der wissenschaftlichen Begleitforschung dieses Projekts wird der Frage nachgegangen, welche Faktoren zum Gelingen der Übergangsprozesse beitragen und welche Handlungsbedarfe bestehen. Hierzu werden die Teilnehmenden, die Bezugspersonen, die Betriebe und die Mitarbeitenden des Projekts in Leitfadeninterviews zu ihren Erfahrungen befragt. In diesem Beitrag sollen Zwischenergebnisse aus der Begleitforschung dargelegt werden. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass neben Themen der Zusammenarbeit, Unterstützung/ Begleitung, Beratung und Individuumsorientierung aus Sicht der Teilnehmenden Themen von Selbst- und Fremdbestimmung eine zentrale Rolle spielen.

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Präsentation laufender Forschungsprojekte (Zwischenstand)

Literatur

Arndt, Ingrid/Neises, Frank/Weber, Klaus (Hrsg.) (2018): Inklusion im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Hintergründe, Herausforderungen und Beispiele aus der Praxis. Bonn.
Arndt, Ingrid (2018): Verbesserung der Übergänge von Jugendlichen von der Schule in Ausbildung und Beruf durch die Umsetzung von Inklusion im Bildungssystem. In: Inklusion im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf. Hintergründe, Herausforderungen und Beispiele aus der Praxis. Bonn, S. 38–54.
Idel, Till-Sebastian/Korff, Natascha/Mettin, Carlotta (2022): Expertise Inklusion 2022. Bremen. Abrufbar unter: https://www.bildung.bremen.de/sixcms/media.php/13/Expertise_Inklusion_v8.pdf (Abrufdatum: 11.09.2025).
Lindmeier, Christian/ Fasching, Helga/ Lindmeier, Bettina/ Sponholz, Dirk (Hrsg.) (2019): Inklusive Berufsorientierung und berufliche Bildung: Aktuelle Entwicklungen im deutschsprachigen Raum. Weinheim: Beltz.
Lindmeier, Bettina/ Nantke Schrör (2015): Bedingungen des Übergangs von Jugendlichen im Grenzbereich der Förderschwerpunkte Lernen und geistige Entwicklung in die berufliche Bildung/Teilhabe. Jg. 54, Heft 4, S. 150–156.
Nepomyashcha, Yuliya (2021): Schulisch-berufliche Übergänge im Kontext von Inklusion. Studie zu Unterstützungsstrategien für förderbedürftige junge Menschen. Bielefeld: wbv.
Oehme, Andreas (2025): Auf dem Weg zu inklusiven Arbeitsmärkten: Integrierte Hilfen für teilhabeorientierte Übergangs- und Beschäftigungsstrukturen. Weinheim/Basel: Beltz Juventa.

• Übergangsprozesse von der Schule in den Beruf aus inklusionspädagogischer Perspektive: u.a. Berufsorientierungs- und Berufswahlprozesse, Beratungs- und Begleitstrukturen, Kooperation in Beratungs-, Begleit- und partizipativen Bildungsprozessen in inklusiven Bildungssystemen, die Rolle und Beteiligung von Bezugspersonen
• Inklusion im internationalen Kontext (Fokus Übergang Schule-Beruf)
• Inklusive Schulentwicklung
• Teamarbeit und Kooperation in inklusiven Bildungskontexten

Diese(r) Vortragende hält außerdem: