Keynote 2a: Gesehen werden – Inklusion fängt bei mir an
19.02.2026 , Hörsaal "Keksdose"


Abstract

In meinem Vortrag „Gesehen werden – Inklusion fängt bei mir an“ lade ich dazu ein, Inklusion
nicht als abstraktes Konzept, sondern als persönliche Haltung zu begreifen. Im Mittelpunkt steht die
Perspektive der Schülerinnen, unsere Erfahrungen, unsere Bedürfnisse und vor allem unser Recht,
ernst genommen zu werden. Es geht darum, was es bedeutet, wirklich gesehen zu werden: nicht als
Förderfall, nicht als Störung, sondern als Mensch mit Potenzial.
Ich spreche darüber, was Inklusion eigentlich ist und was sie nicht ist. Nicht das bloße Dabeisein,
nicht das Aufbewahren im Klassenzimmer, nicht das Absenken von Erwartungen. Inklusion heißt
Beziehung. Haltung. Verantwortung. Schüler
innen brauchen Lehrkräfte, die an sie glauben, die
hinschauen, zuhören und bereit sind, den eigenen Blick zu hinterfragen. Denn eine inklusive
Haltung kann auch dort Wirkung entfalten, wo Ressourcen fehlen. Sie ersetzt kein Geld, aber sie
entscheidet darüber, ob Mangel zur Ausrede oder zum Ausgangspunkt für Kreativität wird.
Dabei wird deutlich: Inklusion im schulischen Kontext betrifft nicht „die anderen“, sondern jede
und jeden Einzelnen. Sie beginnt nicht im System, sondern bei mir selbst. Fehlende finanzielle
Mittel oder strukturelle Defizite dürfen keine Rechtfertigung dafür sein, dass Schüler*innen
schlechter unterrichtet, weniger qualifiziert begleitet oder lediglich verwahrt werden. Oder, um es
mit Raúl Krauthausen zu sagen: „Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet
Ausreden.“

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