Mentoring im Vorbereitungsdienst: Zwischen normativen Ansprüchen, professionellen Arbeitsbeziehungen und inklusiver Haltung (Raum 12 - Slot 1a)
18.02.2026 , Raum 12 (GW2 B3770)


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Präsentation laufender Forschungsprojekte (Zwischenstand)

Literatur

Gergen, A. (2021). Mentoring im Referendariat – eine Leerstelle in der Schulpädagogik? In J. Peitz & M. Harring (Hrsg.), Das Referendariat. Ein systematischer Blick auf den schulpraktischen Vorbereitungsdienst (S. 153–168). Waxmann.

Gergen, A. (2023). „Black Box“ Mentoring im Referendariat – eine organisationspädagogisch-rekonstruktive Analyse. SEMINAR – Lehrerbildung und Schule, 28(4), 108–121. https://doi.org/10.3278/SEM2204W009

Glockentöger, I. (2014). Mit angehenden Lehrkräften Beziehungen beginnen und gestalten: Von hierarchischer Anleitung zu kollegialer Beratung durch Mentor:innen in der Lehramtsausbildung. In C. Tillack, N. Fischer, D. Raufelder & J. Fetzer (Hrsg.), Beziehungen in Schule und Unterricht. Teil 1: Theoretische Grundlagen und praktische Gestaltung pädagogischer Beziehungen (S. 112–123). Prolog Verlag. https://doi.org/10.2307/j.ctvddzkhc.9

Kärner, T., Bonnes, C., Maué, E., Goller, M., & Schmidt, V. (2021). Transparenz, Fairness, Vertrauen und Ambivalenz im Vorbereitungsdienst: Entwicklung eines Instruments zur Charakterisierung der professionellen pädagogischen Beziehung zwischen angehenden Lehrpersonen und deren Ausbildungslehrkräften. In E. Wittmann, D. Frommberger & U. Weyland (Hrsg.), Jahrbuch der berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung 2021 (S. 85–104). Verlag Barbara Budrich.

Peitz, J., & Harring, M. (2021). Das Referendariat: Eine Einführung in den systematischen Blick auf den schulpraktischen Vorbereitungsdienst. In J. Peitz & M. Harring (Hrsg.), Das Referendariat. Ein systematischer Blick auf den schulpraktischen Vorbereitungsdienst (S. 9–14). Waxmann.

Richter, D., Kunter, M., Lüdtke, O., Klusmann, U., & Baumert, J. (2011). Soziale Unterstützung beim Berufseinstieg ins Lehramt: Eine empirische Untersuchung zur Bedeutung von Mentoren und Mitreferendaren. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 14(1), 35–59. https://doi.org/10.1007/s11618-011-0187-x

Abstract Einzelbeitrag

Der Vorbereitungsdienst markiert eine entscheidende Phase im Professionalisierungsprozess angehender Lehrkräfte. Zentrale Bedeutung kommt dabei der Beziehung zwischen Lehramtsanwärter:innen (LAA) und Mentor:innen zu, die nicht nur fachliche Begleitung, sondern auch professionelle Kooperation im schulischen Alltag umfasst und die einen erheblichen Beitrag zur Entwicklung einer inklusiven Haltung leisten kann (vgl. Glockentöger, 2014; Peitz & Harring, 2021; Richter et al. 2011). Hier zeigt sich, welche normativen Vorstellungen von „guter Lehrer:innenausbildung“ wirksam werden und wie diese in Spannungsverhältnisse von inklusiven Haltungen, Vorstellungen guten inklusiven Unterrichts und ggfs. normativen Ansprüchen treten können.
In NRW fehlen bislang einheitliche Vorgaben zu den Aufgaben von Mentor:innen (vgl. Gergen, 2021). Dieser Handlungsspielraum eröffnet Möglichkeiten, birgt aber auch Unsicherheiten. Mentoring wird so zu einer Art „Black Box“: Es bleibt vielfach unklar, welche Inhalte, Beziehungsqualitäten und Machtverhältnisse die kooperative Arbeitsbeziehung von LAA und Mentor:in prägen (vgl. Gergen, 2023). Studien betonen zwar, dass Vertrauen, Fairness und Transparenz wesentliche Faktoren für gelingende Professionalisierung sind, zugleich werden ambivalente Beziehungen als zusätzliche Belastung im ohnehin herausfordernden Vorbereitungsdienst erlebt (vgl. Kärner et al., 2021). Die Frage, wie sich diese Spannungsfelder in der Praxis konkret darstellen und wie sie sich auf inklusive Professionalisierungsprozesse auswirken, bildet den Kern des Beitrags.
Das Forschungsvorhaben ist als Mixed-Methods-Design angelegt: In einer qualitativen Studie wurden leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit Akteur:innen aus Seminar- und Schulleitung geführt. Die daraus gewonnenen Kategorien zu Rollenverständnis, Kooperation, Kommunikation sowie Beratung und Feedback dienten der Entwicklung eines Fragebogens, mit dem im Juni 2023 LAA (N=196) und Mentor:innen (N=290) in NRW befragt wurden. Erste Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich Erwartungen, Wahrnehmungen und Erfahrungen der Akteur:innen sind – und welche Spannungsfelder sich daraus ergeben.
Im Fokus des Beitrags steht die Frage, wie Mentoring sowohl systemkonform stabilisierend als auch transformatorisch wirksam werden kann. Die Perspektiven beider Seiten berücksichtigend, werden Potenziale für Professionalisierungsprozesse sichtbar.

Mentoring in der Professionalisierung von Lehrkräften
Lernen in der inklusiven Schule
Forschendes Lernen in Hochschullernwerkstätten