Bilder entstehen durch ihre Betrachtung: Symbolisch machtvolle Bildsprache und subjektive Interpretation von Bildpraktiken zu Behinderung in einer reflexiven Inklusionsforschung. (Raum 6 - Slot 5a)
20.02.2026 , Raum 6 (GW2 B2880)


Wie ist der inhaltliche Status Ihres Beitrags?

Presentation of empirical project results (research currently being finalised at the time of the conference), Methodological reflections

Literatur

Krause, Sabine (2017): Bilden Bilder? In: S. Krause; M. Proyer; O. Koenig (Hrsg.): Gesellschaften / Welten / Selbst im [Um]Bruch. Vienna: Online-publication of the University of Vienna, S. 87-100. [online] https://uscholar.univie.ac.at/detail/o:706380 [30.10.2024]

Mitchell, W.J.T. (2008): Bildtheorie. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Pernegger, Maria (Hrsg.) (2023): Menschen mit Behinderung & Inklusion in österreichischen Massenmedien. Jahresstudie 2021/2022. Losenstein: MediaAffairs. [Online] https://www.mediaaffairs.at/aktuellebeitraege/gesellschaft/inklusionsstudie2023.html [27.04.2024]

Pfahl, Lisa; Seebo, Rouven (2025): The Embodiment of Disability. How Ableist. Expectations. Render Visual Practices. In: Humana Mente. Journal of Philosophical Studies, 18 (47), S. 225-249.

Traue, Boris (2013): Visuelle Diskursanalyse. Ein programmatischer Vorschlag zur Untersuchung von Sicht- und Sagbarkeiten im Medienwandel. In: Zeitschrift für Diskursforschung, 2 (2013), S. 117-136.

UN (2022): Convention on the Rights of Persons with Disabilities.

United Nations (2023): Disability in the Media. The United Nations Development Programme in the Kyrgyz Republic.

Abstract Einzelbeitrag

Gesellschaftliche Inklusion schließt eine ‚positive Haltung‘ gegenüber Menschen mit Behinderungen sowie ihre Repräsentation in Daten und Medien ein (UN-BRK, Art. 8, Art. 21). Inklusive Haltungen zielen also auch auf bildliche Vorstellungen sowie Darstellungen von Behinderung ab. Studien zu visuellen Repräsentationen zeigen einen Mangel an ‚eigenen Bildern‘ (Pernegger 2023), also öffentlichen Darstellungen, die die Perspektive von Menschen mit Behinderungen auf sich selbst zeigen (UN 2023). Dabei bestehen vielfältige Möglichkeiten, Behinderungen darzustellen, zu zeigen oder sie visuell zu de-thematisieren, wenn Menschen mit Behinderungen sich selbst porträtieren (Pfahl & Seebo 2025). Zugleich sprechen Bilder nicht automatisch ‚für sich‘. Sie müssen gedeutet werden, um eine Wirkung zu entfalten (Mitchell 2008). Diese Deutungen entspringen einem vorgeprägten Blick auf symbolische Bildsprachen (Krause 2017). Wie können Forschende, die mit Bildern arbeiten, mit widersprüchlichen Bildsprachen umgehen und ihre subjektive Interpretation methodisch kontrollieren und reflektieren?

Der Beitrag fokussiert methodologische Aspekte von Bildanalysen, die nach gegenwärtigen Darstellungsweisen von Behinderung fragen. Da mediale Bildpraktiken sowohl durch die Bildproduktion als auch durch die Bildrezeption gekennzeichnet sind (Pfahl & Seebo 2025), ist es sinnvoll, beide Ebenen in der Analyse miteinander zu verbinden. Um Bilder in ihrer Wirkung zu verstehen, lassen sich die Forschenden im Deutungsprozess vom Bildinhalt ‚berühren‘ (Traue 2013) und rationalisieren anschließend, wie sich das Subjekt des Bildes ihnen zeigt. Dieses Vorgehen ermöglicht es, Bildatmosphäre und mögliche Irritation zu artikulieren und das zur Deutung von Bildsymboliken notwendige Wissen offenzulegen. Bildauswahl, Deutung und Interpretation entziffern machtvolle Bildsprachen. Unterstützt wird das Vorgehen durch Strategien der Reflexion und Distanzierung im Forschungsprozess, die den Forschenden die eigenen Deutungsmuster sichtbar machen, wie an Einblicken in die empirische Bildanalyse von Social-Media-Beiträgen von Menschen mit Behinderungen gezeigt wird (Pfahl & Seebo 2025).

Bildwissenschaftliche Forschung in der Erziehungswissenschaft, Pädagogische Anthropologie, Subjektivierungforschung

Dipl.-Soz., Dr. phil, Professorin für Disability Studies und Inklusive Bildung an der Universität Innsbruck.

Diese(r) Vortragende hält außerdem: