20.02.2026 –, Raum 5 (GW2 B1150)
Die rasante Weiterentwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) eröffnet zahlreiche Möglichkeiten für den Bildungsbereich. Dabei wird KI häufig als Lösung für bestehende Herausforderungen im Bildungssystem betrachtet, insbesondere im Hinblick auf individuelle Lernangebote und personalisierte Bildungsprozesse. Gleichzeitig birgt der Einsatz von KI erhebliche Risiken, insbesondere in Bezug auf Diskriminierung, Bildungsungleichheit und den Digital Divide (Tsatsou 2021). Insgesamt wird Technik und KI ein enormes Transformationspotenzial innerhalb unserer Gesellschaft zugeschrieben (Uhle 2024), welches gleichzeitig herausgefordert wird, indem es innerhalb gesellschaftlicher (Macht-)Verhältnisse wirksam wird. So führen technologische Entwicklungen, wie Prozesse zu künstlicher Intelligenz, nicht zwingend zu einer damit erhofften Entlastung, was „nicht nur am individuellen Gebrauch [liegt], sondern auch an den Umsetzungen in Organisationen und Unternehmen und an den Architekturen moderner Gesellschaften“ (Uhle 2024, 50). So ist auch Schule als zentrale gesellschaftliche Organisation davon geprägt, dass sich Transformationserwartungen innerhalb von Schulentwicklungsprozessen anpassen. Gleichzeitig wird Schule teils als Ort betrachtet, Entwicklungen zur Überwindung der ‚digitalen Kluft‘ positiv zu beeinflussen (u.a. Schulz 2021, Rudolph 2019). Um Transformationsprozesse an Schulen zu implementieren und steuern, erhalten insbesondere Schulleitungen als ‚change agents‘ (Leonhardt et al. 2024) eine zentrale Funktion. Dies gilt ebenso für eine zukünftige Entwicklung und Einbindung von KI in Schulentwicklungsprozesse.
In unserem Beitrag möchten wir aufbauend auf einer Fragebogenerhebung zu Schulleitungsperspektiven (aller Schularten) im Bundesland Sachsen, eine theoretische Reflexion im Spannungsfeld zwischen aktivistischen Ansprüchen an das inklusionsorientierte Potenzial von KI und den praxisorientierten Umsetzungsansätzen von Schulleitungen aufzeigen. Aktivistische Positionen beziehen wir dabei analytisch aus den Disability Studies (u.a. Shew 2020) und stellen diese in Bezug zu erhobenen Möglichkeiten und Herausforderungen aus Sicht von Schulleitungen. Abschließend sollen anhand dieser Gegenüberstellung erste Implikationen für künftige Schulentwicklungsprozesse und der Rolle von Schulleitungen im Kontext von Künstlicher Intelligenz aufgezeigt und diskutiert werden.
Leonhardt, N.; Kruschel, R. & Schuppener, S. (2024): Über den Schulhof hinaus. Praxishandbuch für inklusive und sozialraumorientierte Bildung. BeltzJuventa.
Rudolph, S. (2019): Forschungsfeld Digital Divide. In: Digitale Medien, Partizipation und Ungleichheit. Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-26943-2_5
Schulz, L. (2021). Diklusion – Lehren mithilfe digitaler Tools in inklusiven Lernsettings. Raabe-Verlag.
Shew, A. (2020): Against Technoableism: Rethinking Who Needs Improvement. Norton Shorts.
Tsatsou, P. (2021): Vulnerable people’s digital inclusion: intersectionality patterns and associated lessons. In: Information Communication and Society 25 (1), 1-20.
Uhle, Ch. (2024): Künstliche Intelligenz und echtes Leben. Philosophische Orientierung für eine gute Zukunft. Fischer.
Presentation of empirical project results (research currently being finalised at the time of the conference)
Partizipative Lehre und Forschung, Ableismus und Diskriminierungsbewusstheit, Inklusive Bildung und Sozialraumorientierung sowie Bildungsgerechtigkeit & Künstliche Intelligenz