19.02.2026 –, Raum 8 (GW2 B2900)
Presentation of ongoing research projects (interim status)
Literatur –Education Innovation Lab Berlin (2015): Werkzeugkiste Lernbüro. Berlin,
Geiling, Ute & Prengel, Annedore (2007): Individuelle Lernpläne in jahrgangsgemischten Gruppen. In: de Boer, Heike; Heinzel, Friederike & Burk, Karlheinz (Hg.): Lehren und Lernen in jahrgangsgemischten Klassen. Frankfurt am Main: Grundschulverband, S. 88–103.
Jaeggi, Rahel (2014): Kritik von Lebensformen. Frankfurt a.M.: Suhrkamp.
Jaeggi, Rahel (2023): Fortschritt und Regression. Berlin: Suhrkamp.
Kueppers, Nicola & Pauli Ralf (2024): Vom Brennpunkt zum Bildungspreis. Interview. In: taz 21.2.3034, S. 07. https://taz.de/Rektorin-ueber-das-Startchancen-Programm/!5990501/
Prengel, Annedore (2022): Schulen inklusiv gestalten. Eine Einführung in Gründe und Handlungsmöglichkeiten. Opladen, Berlin, Toronto: Barbara Budrich.
Rasfeld, Margret & Spiegel, Peter (2012): EduAction. Wir machen Schule. Hamburg: Murmann.
ReMi (2025): Reckahner Modelle zur inklusiven Unterrichtsplanung. https://inklusive-didaktik.de/ 12.9.2025
Inklusion zwischen Fortschritt und Regression – Unterrichtsformen im Spektrum gesellschaftlicher Strömungen
In pädagogischen Arbeitsfeldern finden widersprüchliche Entwicklungen statt. Zugespitzt formuliert: Eine große Zahl an Schulen, arbeitet nach wie vor mit gleichschrittig konzipiertem, hierarchisierendem Unterricht und segregierender Schulstruktur. Demgegenüber realisiert eine kleine Zahl an Schulen binnendifferenzierenden, potentialförderlichen Unterricht in inklusiver Schulstruktur weitgehend erfolgreich (Kueppers & Pauli 2024). Aus der Perspektive inklusionspädagogischer Zielsetzungen regressiv erscheinende Schulkulturen existieren parallel zu inklusiv ausgerichteten Settings. Mit den Analysen der Sozialphilosophin Rahel Jaeggi (2013; 2023)zu „Lebensformen“ zwischen „Fortschritt und Regression“ lassen sich diese spaltenden Dynamiken im Bildungswesen einschließlich ihrer alltäglichen Praxiszusammenhänge untersuchen. Nach Jaeggi entstehen in Reaktion auf „regressive“ pädagogische Krisen neue Lebensformen - auch als pädagogische Ensembles von „fortschrittlichen Praktiken“.
Im Einzelbeitrag soll am Beispiel der Entwicklung der inklusiven Lehr-Lernform des „Lernbüros“ durch Akteure in Schulen danach gefragt werden, wie sie entstehen, wie sie sich verbreiten oder blockiert werden und wie sie wissenschaftliche Studien inspirieren können. Damit wird auch erkundet, wie die in der Konzeption der Bremer Tagung „Forschung – Haltung – Aktivismus? Inklusionsforschung zwischen Bildungsutopie und Systemkonformität“ konstatierten Wechselwirkungen („Praxisentwicklungen regen Forschungsprojekte an“) ausbleiben können. Denn obwohl praxisbasierte präzise Konzeptionen zum „Lernbüro“ seit mehr als 10 Jahren vorliegen (Education Innovation Lab Berlin 2015; Rasfeld & Spiegel 2012, S. 93-103 und S. 120-137), mangelt es an wissenschaftlichen Studien zu dieser bedeutenden Unterrichtsform, auch in Diskursen zur inklusiven Pädagogik. Die Suchanfrage in der digitalen Bibliothek bidok am 29.8.2025 meldet: „Ihre Suchanfrage liefert keine Treffer“.
Der Beitrag präsentiert sowohl theoretische Analysen als auch die Ergebnisse einer Befragung von Angehörigen verschiedener Berufe in inklusiven Praxisfeldern und Wissenschaft, die über Expertise zum Lernbüro verfügen. Exemplarisch wird dazu der Beitrag der diagnostisch-didaktisch orientierten „Reckahner Modelle zur inklusiven Unterrichtsplanung“ (ReMI 2025) untersucht.
Ute Geling: Lehren und Lernen unter erschwerten Bedingungen, Pädagogische Diagnostik und Didaktik, Inklusionsfoschung
Annedore Prengel: Inklusionsforschung, Heterogenitätstheorien, Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen, Pädagogikethik, kulturelles pädagogisches Gedächtnis, Schulentwicklung, Kitaentwicklung
Eintrag folgt