P18: Förderdiagnostische Prozesse im inklusiven Schulkontext: Herausforderungen und Gelingensbedingungen (Ebene 3)
19.02.2026 , Raum 10 (GW2 B3010)


Abstract Poster

Um inklusiven Lerngruppen adäquat zu begegnen, braucht es eine Diagnostik, die individuelle Lernbedarfe erkennt und pädagogisch umsetzt (Ricken & Schuck, 2011). In Anlehnung an ein Verständnis inklusionsorientierter Diagnostik als statusunabhängigen, dialogischen, ko-konstruktiven Prozess im multiprofessionellen Team (Simon & Simon, 2013) wurde in Bremen das „Entwicklungsbegleitende Mosaik (EbM)“ eingeführt.

Die qualitative Studie untersucht, welche Gelingensbedingungen und Hindernisse die EbM-Umsetzung in Schulen prägen. Gruppeninterviews mit vier Schulteams wurden leitfadengestützt nach Kuckartz (2016) ausgewertet.

Erste Ergebnisse zeigen Herausforderungen in Rahmenbedingungen, Teamarbeit, technischer Umsetzung, Akzeptanz, Belastung sowie im Inklusions- und Diagnostikverständnis. Ausgehend davon zeigt sich, dass eine erfolgreiche Umsetzung ein gemeinsames Verständnis von Diagnostik, eine schulweite Vision und deren Umsetzung erfordert.

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Präsentation empirischer Projektergebnisse (zum Tagungszeitpunkt vorr. im Abschluss befindliche Forschung)

Literatur

Kuckartz, U. (2016). Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung (3. Aufl.). Weinheim: Beltz.

Ricken, G. & Schuck, K. D. (2011). Pädagogische Diagnostik und Lernen. In A. Kaiser, P. Wachtel, B. Werner & D. Schmetz (Hrsg.), Didaktik und Methodik, (S.110-119). Stuttgart: Kohlhammer.

Simon, J. & Simon, T. (2013). Inklusive Diagnostik – Wesenszüge und Abgrenzung von traditionellen „Grundkonzepten“ diagnostischer Praxis. Eine Diskussionsgrundlage. Zeitschrift für Inklusion, 4.

Mein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften im Umgang mit herausforderndem Verhalten von Schüler*innen. Im Zentrum steht die Analyse der Qualität diagnostischer Urteile sowie der Einflussfaktoren, die das diagnostische Handeln von Lehrkräften mitbestimmen – etwa spezifische Selbstwirksamkeitserwartungen, diagnostisches Wissen oder Einstellungen zur Diagnostik.

Darüber hinaus beschäftige ich mich mit der Frage, wie diagnostische Urteile in pädagogische Entscheidungen überführt werden und welchen Einfluss dieser Transfer auf das pädagogische Handeln hat. Ein weiterer Fokus meiner Arbeit liegt auf der Umsetzung förderdiagnostischer Prozesse im Sinne einer inklusionsorientierten Diagnostik an inklusiven Schulen.