Inklusion und Gesundheitsförderung an Hochschulen vernetzt denken (Raum 4 - Slot 4b)
19.02.2026 , Raum 4 (GW2 A1110)


Literatur

Pieck, Nadine, 2022: „Gender und gesundheitsfördernde Hochschule“. In: Timmann, Mareike (Hg.): Handbuch Studentisches Gesundheitsmanagement – Perspektiven, Impulse und Praxiseinblicke. Berlin, S. 211-216.

Hennegan, Julie/Shannon, Alexandra K./Rubli, Jennifer/Schwab, Kellogg J./Melendez-Torres, GJ, 2019: Women’s and girls’ experiences of menstruation in low- and middle-income countries: A systematic review and qualitative metasynthesis. PLoS Med 16(5): e1002803.

World Health Organization (WHO), 2016: Shanghai Declaration on promoting health in the 2030 Agenda for Sustainable Development. Geneva.

Abstract Einzelbeitrag

Hochschulen sollen Lern- und Lebensräume darstellen, in denen übergreifende Fähigkeiten in Bezug auf Chancengleichheit, Inklusion, Gesundheitsförderung und Nachhaltigkeit nicht nur theoretisch erarbeitet, sondern auch persönlich erlebt werden. Dabei steht insbesondere die Frage nach der intersektionalen Verknüpfung der entsprechenden Strategien im Fokus, bspw. in Bezug auf die strukturelle Verbindung von Gleichstellungspolitik und Gesundheitsförderung (WHO 2016; Pieck, 2022). Exemplarisch soll hierfür die Implementierung eines Projekts zum Thema Menstruationsbeschwerden betrachtet werden, das an der Schnittstelle Gleichstellungspolitik und Gesundheitsförderung verortet und intersektional ausgerichtet ist.

Menstruationsbezogene Beschwerden sind weit verbreitet, werden jedoch im Hochschulkontext nur selten thematisiert. Aufgrund ihrer Auswirkungen auf Lern- und Leistungsfähigkeit stellen sie sowohl eine gesundheitliche als auch eine gleichstellungsrelevante Herausforderung dar. Dysmenorrhoe betrifft allerdings nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders vulnerabel sind Personen mit chronischen Erkrankungen wie Endometriose, Menschen mit Behinderungen oder psychischen Belastungen. Darüber kann sich eine Menstruationsarmut als sozioökonomischer Ungleichheitsfaktor auswirken (Hennegan et al. 2019). Vor diesem Hintergrund wurde ein intersektional ausgerichtetes Empowerment-Konzept entwickelt, das die individuellen Handlungskompetenzen der Studierenden stärkt, gezielt Impulse für strukturelle Veränderungen an Hochschulen setzt und die Studierenden außerdem als Multiplikator*innen für ihre zukünftigen Tätigkeitsfelder adressiert.

Aufbauend auf einem Evidence Mapping und Fokusgruppeninterviews wurde ein Präventions- und Empowerment-Kurs entwickelt und in einer Pilotstudie mit 14 Studierenden durchgeführt. Ergänzend wurden semistrukturierte Interviews durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.

Im Beitrag sollen die Ergebnisse des Forschungsprojektes dargestellt und diskutiert werden. Dabei soll die Frage nach Differenz(re-)produktionen an der Schnittstelle von Gleichstellung, Inklusion und Gesundheitsförderung reflektiert werden, hier insbesondere am Beispiel der Kategorien Gender und Disability. Weiterhin soll herausgearbeitet werden, wie durch die Adressierung gesundheitlicher Vulnerabilitäten benachteiligter Gruppen eine transformative Hochschulpolitik entstehen kann.

Wie ist der inhaltliche Status Ihres Beitrags?

Präsentation empirischer Projektergebnisse (zum Tagungszeitpunkt vorr. im Abschluss befindliche Forschung)