Im Spannungsfeld von Inklusion und Arbeitsmarkt - Professionalität in den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
19.02.2026 , Raum 13 (GW2 B3850)


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Präsentation laufender Forschungsprojekte (Zwischenstand)

Literatur

Aulenbacher, B. (2020): Bewegte Zeiten. Über die Transformation des Kapitalismus und die Neuordnung des Sozialen. In: Steckelberg, C., Thiessen, B. (Hrsg.): Wandel der Arbeitsgesellschaft. Soziale Arbeit in Zeiten von Globalisierung, Digitalisierung und Prekarisierung. Opladen: Barbara Budrich

Bohnsack, R., Nentig-Gesemann, I., Nohl, A.-M. (Hrsg.) (2013): Die dokumentarische Methode und ihre Forschungspraxis. Grundlagen qualitativer Sozialforschung. 3. Auflage. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Peters, L. (2023): Arbeitsvermittlung als Legitimationsorganisation. Brüchige Professionalität in einem Handlungsfeld der Sozialen Arbeit. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

Spindler, C. (2025): Teilhabe am Arbeitsleben als Menschenrecht. ARCHIV für Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V (Hrsg.): Teilhabe am Arbeitsleben von Menschen mit Behinderungen: Ausgabe 2/2025 - Archiv für Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit. Freiburg: Lambertus-Verlag.

York, J., Jochmaring, J. (2022): Dilemmata einer inklusiven Arbeitswelt. Menschen mit Behinderung zwischen Sondersystemen und Gestaltungschancen einer Arbeitswelt 4.0?!. In: Schimek, B., Kremsner G., Proyer, M., Grubich, R., Paudel, F., Grubich-Müller, R. (Hrsg.): Grenzen.Gänge.Zwischen.Welten. Kontroversen – Entwicklungen – Perspektiven der Inklusionsforschung. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt.

Abstract Einzelbeitrag zum SymposiumPlus

Die Ermöglichung von Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderung ist eine zentrale Forderung des Art. 27 der UN-Behindertenrechtskonvention. Die Umsetzung dieser Forderung fällt in Deutschland strukturell den Organisationen im Bereich der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben gemäß dem SGB IX zu. Ist der Bereich der Arbeitsvermittlung schon im Umgang mit nicht als behindert gelesenen Adressat_innen voller Herausforderungen für die Professionalität der beruflichen Akteur_innen (vgl. Peters 2023), so gilt dies umso mehr im Bereich der Behindertenhilfe. Der formalen Bekenntnis zum Menschenrecht auf Arbeit (Spindler 2025) einerseits stehen andererseits eine sozialstaatliche Austeritätspolitik sowie inklusionserschwerende Entwicklungen am Arbeitsmarkt entgegen (vgl. Aulenbacher 2020; York / Jochmaring 2022). Der Beitrag befasst sich mit der Frage, wie sich unter diesen Voraussetzungen eine professionelle Handlungspraxis der Ermöglichung beruflicher Teilhabe ausbilden kann.

Im Rahmen einer noch laufenden Promotion wurden die Handlungsorientierungen von beruflichen Akteur_innen in den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben mithilfe von Gruppendiskussionen qualitativ rekonstruiert. Die Diskussionen wurden mit Teams von im Handlungsfeld tätigen Leistungserbringern und Leistungsträgern der Eingliederungshilfe durchgeführt. Die Auswertung und Typenbildung erfolgte mithilfe der dokumentarischen Methode (Bohnsack et al. 2013) und ermöglicht Erkenntnisse über die Professionalität(en) der Fachkräfte.

Ziel des Beitrages ist es zu beleuchten, inwieweit handlungsfeldinhärente Widersprüche von den beruflichen Akteur_innen wahrgenommen und bearbeitet werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Vorstellungen der Fachkräfte zu ihren Adressat_innen und deren beruflichen Perspektiven. Erkennbar werden dabei u.a. ambivalente Positionen zum Arbeitsmarkt und den dort bestehenden Teilhabemöglichkeiten sowie Differenzen in der Sichtweise auf das Verhältnis zwischen den Bedarfslagen der Adressat_innen und den Strukturen der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Rekonstruktive Sozialarbeitsforschung
Qualitative Sozialforschung
Soziale Arbeit in der Behindertenhilfe