Aktivismus und Wissenschaftlichkeit – partizipative Inklusionsforschung im Spannungsfeld zwischen müssen, sollen und können (Raum 6 - Slot 5b)
20.02.2026 , Raum 6 (GW2 B2880)


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Participatory and collaborative research formats

Abstract Einzelbeitrag

Viele Fragen rund um Inklusion sollten sinnvollerweise in einem partizipativen Setting untersucht werden, um Vereinnahmungsprozessen gegenüber Akteur*innen aus marginalisierten Gruppen entgegenzuwirken. Ein grundlegendes Anliegen partizipativer Forschung ist es, mehr gesellschaftliche Teilhabe durch Teilhabe an Forschung zu erreichen. Das stellt ein klar wertebasiertes Unterfangen dar (vgl. Von Unger, 2014). Die treibende Kraft der partizipativen Inklusionsforschung sind die Menschen- und Behindertenrechte. Somit kann jede forschende Tätigkeit in diesem Bereich als Kampf für Menschenrechte und als aktivistisch verstanden werden. Ziel partizipativer Forschung ist es, soziale Wirklichkeit zu verstehen und zu verändern.
Ein zentraler Vorteil ist die Praxisnähe und Relevanz der Ergebnisse, doch sie erfordert klare Reflexion von Machtverhältnissen, Transparenz im Vorgehen und sorgfältige Abwägung von Wissenschaftlichkeit und Aktivismus (vgl. Bühler, 2023; Hauser, 2020).

Im Rahmen der Arbeit der Forschungsgruppe Kreativwerkstatt werden Inklusionsthemen partizipativ erforscht (vgl. Forschungsgruppe Kreativwerkstatt, 2018). Was gemeinsam untersucht wird, ist ein Teil des Prozesses im Kampf für Menschenrechte und gegen Diskriminierung.
Die gemeinsamen Arbeiten und Auftritte sind aktivistisch. Sie irritieren, zeigen Barrieren auf und stossen Veränderungen an. Zudem eröffnet die gemeinsame Forschung einen Zugang zu Hochschulen und Universitäten für Menschen in unterschiedlichen Behinderungssituationen (vgl. Bühler & Graf, 2020).
Der Zusammenhang von (partizipativer) Inklusionsforschung und Aktivismus wird im Betrag genauer betrachtet. Dabei werden Spannungsfelder hervorgehoben, welche durch die gemeinsame Forschung und Reflexion der Arbeit sichtbar werden, sowie mögliche Strategien für den Umgang vorgestellt. Dies wird anhand von Beispielen verdeutlicht und dient als Grundlage für die anschliessende Diskussion.

Literatur

Bühler, I. (2023). Als Forschende in der Partizipativen Forschung. Rollenperformanz und
Rollenkonflikt. Psychosozial.

Bühler, I. & Graf, E.O. (2020). Forschung in einem inklusiven Forschungssetting. In
T. Dietze, D. Gloystein, V. Moser, A. Piezunka, L. Räbenack, L. Schäfer, G. Wachtel &
M. Walm (Hrsg.), Inklusion – Partizipation – Menschenrechte. Transformationen in die
Teilhabegesellschaft? (S. 105–111). Klinkhardt.

Forschungsgruppe Kreativwerkstatt, Verein (2018). Die Forschungsgruppe
Kreativwerkstatt. Wer wir sind und was wir machen. Behindertenpädagogik, 57, 27–36.

Hauser, M. (2020). Qualität und Güte im gemeinsamen Forschen mit Menschen mit
Lernschwierigkeiten: Entwurf und Diskussion von Qualitätskriterien Partizipativer und
Inklusiver Forschung. Klinkhardt.

Von Unger, H. (2014). Partizipative Forschung. Springer.

Partizipative Inklusionsforschung

Erziehungswissenschaftlerin, Dozentin für Inklusion am Institut Spezielle Pädagogik und Psychologie (ISP) an der Pädagogischen Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), Forscherin in der Forschungsgruppe Kreativwerkstatt

Diese(r) Vortragende hält außerdem: