20.02.2026 –, Raum 4 (GW2 A1110)
Daase, Andrea, Starke, Anja, Dunowski, Eliška, & Rademacher, Katharina (2025). Zwischen
Separation und Inklusion: Neu zugewanderte Schüler*innen im deutschen Schulsystem –
eine interdisziplinäre Betrachtung. Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht,
30(1), 27–50.
Gogolin, Ingrid (2020): Durchgängige Sprachbildung. In: Gogolin, Ingrid; Hansen, Ante;
McMonagle, Sarah & Rauch, Dominique (Hrsg.): Handbuch Mehrsprachigkeit und Bildung.
Wiesbaden: Springer, 165–173.
Massumi, Mona (2019): Migration im Schulalter. Systemische Effekte der deutschen Schule und
Bewältigungsprozesse migrierter Jugendlicher. Berlin: Peter Lang.
Massumi, Mona; Dewitz, Nora von; Grießbach, Johanna; Terhart, Henrike; Wagner, Katarina;
Hippmann, Kathrin & Altinay, Lale (2015): Neu zugewanderte Kinder und Jugendliche im
deutschen Schulsystem. Bestandsaufnahme und Empfehlungen. Köln: Mercator-Institut für
Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache.
Rose, Nadine (2012): Migration als Bildungsherausforderung. Bielefeld: transcript Verlag.
Senatorin für Bildung und Wissenschaft (Hrsg.) (2013): Sprachbildung. Ein Konzept der Senatorin
für Bildung und Wissenschaft. Freie Hansestadt Bremen. Online verfügbar unter
https://www.bildung.bremen.de/sixcms/media.php/13/sprachbildungskonzept.pdf, zuletzt
geprüft am 15.09.2025.
Textor, Annette (2015): Einführung in die Inklusionspädagogik. Bad Heilbrunn/Stuttgart:
Klinkhardt UTB.
Bukus, Beatrix (2020): Pupils in the context of multiple and multidirectional migration during their
obligatory schooling years (Doctoral Dissertation). [online]. URL: https://nbn-
resolving.org/urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-705458. Leipzig: Qucosa.
Neu zugewanderte Schüler:innen stehen im schulischen Kontext vor besonderen Herausforderungen
(vgl. Rose 2012; Massumi 2019; Bukus 2020). Selbst in inklusiven Kontexten sind sie häufig
mehrfach ausgeschlossen – etwa durch verzögerten Zugang zur Beschulung aufgrund ihres
Aufenthaltsstatus (vgl. Massumi et al. 2015: 33ff.), durch mangelnde Teilhabe am
Unterrichtsgeschehen infolge sprachlicher Barrieren sowie durch einen diesbezüglich noch nicht
ausreichend inklusiven sog. Regelunterricht. Hinzu kommen Separation in Willkommensklassen
und -schulen sowie v.a. das Nicht-Eingebundensein in institutionelle Zusammenhänge und reguläre
Abläufe der Schulen, was auch den Ausschluss von sonderpädagogischer Förderung aufgrund
ausbleibender, unzureichender bzw. fehlerhafter Diagnostik bedeutet (vgl. Daase et al. 2025: 40f.).
Die Dimensionen Migration und Sprache sind auch in der Inklusionsforschung bislang
unterrepräsentiert, was das transformative Potenzial schulischer Inklusion begrenzt. Der Beitrag
widmet sich daher den spezifischen Bedarfen neu zugewanderter Schüler:innen im Kontext eines
breiten Inklusionsverständnisses (Textor 2015) mit Fokus auf Sprachbildung in Schulen des
inklusiven Bremischen Schulsystems (Senatorin für Bildung und Wissenschaft 2013).
Ausgehend vom Konzept Sprachbildung (Gogolin 2020) wird gezeigt, wie Sprache den Zugang zu
Bildung strukturiert und welche Herausforderungen sich für neu zugewanderte Schüler:innen
ergeben. Darauf basierend werden Ergebnisse der Interpretation multiprofessioneller
Gruppendiskussionen präsentiert, die an drei Bremer Grundschulen und drei Oberschulen im
Rahmen des Projekts Expertise: Schulische Sprachbildungsangebote in der Stadt Bremerhaven
durchgeführt wurden. Beteiligt waren Lehrpersonen, Sonderpädagog:innen, Sprachberatende und
weitere schulische Akteur:innen. Die Diskussionen thematisieren schulische Konzepte sprachlicher
Bildung für neu zugewanderte Schüler:innen sowie Haltungen des Schulpersonals ihnen gegenüber.
Ziel des Beitrags ist es, das Inklusionsverständnis im Hinblick auf neu zugewanderte Schüler:innen
im Land Bremen kritisch zu hinterfragen und zu schärfen. Dabei wird die Bedeutung
intersektionaler Perspektiven auf Migration und Sprache hervorgehoben, um Ansätze der
Sprachbildung und schulischen Inklusion enger miteinander zu verzahnen. Der Beitrag leistet damit
Impulse zur Vernetzung von DaZ- und Inklusionsforschung sowie Anregungen für
Transformation schulischer Praxis.
Presentation of ongoing research projects (interim status)
Anja Starke ist Professorin für Inklusive Pädagogik, Schwerpunkt Sprache an der Universität Bremen. Zu ihren Forschungsinteressen gehören u.a. Sprachbildung und -förderung in der inklusiven Schule, Zusammenhang sprachlicher und sozial-emotionaler Entwicklung, die Professionalisierung von pädagogischem Personal für inklusive Bildungskontexte sowie inklusionsorientierte diagnostische Prozesse.
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