19.02.2026 –, Raum 10 (GW2 B3010)
Präsentation theoretischer oder konzeptioneller Beiträge
Literatur –[no references]
Abstract Diskussionsforum –Die wissenschaftliche und bildungspolitische Diskussion um Inklusion ist in den vergangenen vier Jahrzehnten durch eine zunehmende Ausdifferenzierung von Begriffen und Verständnissen geprägt. Neben normativ-programmatischen Setzungen haben sich sozialwissenschaftliche Relationierungen von Inklusion und Exklusion etabliert, die je nach Kontext und Diskurs zu sehr unterschiedlichen Profilierungen führen: von auf Behinderung bezogenen engen über heterogenitätsorientierte weite bis hin zu systembezogenen Verständnissen, die Differenzproduktionen und gesellschaftliche Machtverhältnisse kritisch reflektieren. Die bestehenden Systematisierungen verdeutlichen dabei sowohl die Vielfalt als auch die Ambivalenzen, die mit Inklusionsbegriffen verbunden sind und die zu höchst unterschiedlichen theoretischen wie empirischen Perspektiven führen können.
Auffällig ist zugleich, dass Exklusion im Diskurs bislang nur randständig konzeptualisiert wurde, obwohl sie in vielfältiger Weise wirksam ist: in Form von Bildungsungleichheiten, durch soziale Marginalisierung, rassistische und linguizistische Strukturen oder ableistische Bildungskulturen. Eine systematische Analyse von Exklusionsverständnissen erscheint daher genauso unabdingbar wie die weitere Schärfung des Inklusionsbegriffs, um das Verhältnis von Inklusion und Exklusion relational, situativ und machtkritisch zu denken.
Geführt wurde dieser Diskurs bislang nicht nur auf verschiedenen Kongressen, wie der diesjährig zum 39. Mal veranstalteten IFO 2026, sondern auch fortlaufend in unterschiedlichen Zeitschriften wie der Zeitschrift für Inklusion.
Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Zeitschrift lädt das Redaktionsteam zu einem Diskussionsforum ein. Entlang von ausgewählten Beiträgen werden bisherige Diskurspfeiler durch das Redaktionsteam zunächst herausgearbeitet (Inputphase). Anschließend werden – gemeinsam mit allen Teilnehmer:innen – unterschiedliche theoretische und empirische Zugänge zu Verständnissen von Inklusion und Exklusion diskutiert (interaktive Phase). Ziel ist es, die Spannungen zwischen z.B. normativen, systemkritischen und praxeologischen Perspektiven sichtbar zu machen und Möglichkeiten einer weiterführenden Profilierung zu diskutieren. Die Auseinandersetzungen sollen zur Begriffsschärfung beitragen und zugleich dem Redaktionsteam der Zeitschrift dienen, zukünftige Schwerpunktsetzungen entlang dieser Debatten darstellen zu können.
Inklusion, Teilhabe & Soziale Arbeit
Dis*Ability, Migration, Flucht, Gender, Armut
Sprachlich-kommunikative Diversität , Translanguaging, Mehrsprachigkeit
Exklusions-, Diskriminierungs- und Antirassismusforschung
Organisationsentwicklung & -management
Quartier, Stadt, Sozialraum, Stadtgesellschaft
- Internationale und kulturvergleichende Perspektiven auf Inclusive Education/Inklusive Bildung
- Behinderungen und Benachteiligungen in Bildungsorganisationen
- Sozial- und raumtheoretische Analysen zu Ein- und Ausschluss
- Rekonstruktive Inklusionsforschung
- Critical Autism Studies
Jg. 1960, Diplom-Pädagoge und Sonderschullehrer. Praktische Tätigkeiten in Einrichtungen der Behindertenhilfe und als Förderschullehrer. Von 1994 bis 2000 Assistent an der Universität Hamburg. Seit 2000 Professor am Institut für Sonderpädagogik der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Leitung des Arbeitsbereichs Inklusive Bildung und Erziehung bei kognitiven Beeinträchtigungen. Schwerpunkte der Lehr- und Forschungstätigkeit sind Inklusion in Bildung und Gemeinwesen, Zusammenhänge zwischen emotionaler und kognitiver Entwicklung und ihrer Störungen sowie Theorie und Praxis Psychoanalytischer Pädagogik, insbesondere bei Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen
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