P06: Intersektionalität – Personorientierung – Haltung: Über die Begegnung zweier Perspektiven (Ebene 2)
19.02.2026 , Raum 6 (GW2 B2880)


Wie ist der inhaltliche Status Ihres Beitrags?

Präsentation laufender Forschungsprojekte (Zwischenstand), Präsentation theoretischer oder konzeptioneller Beiträge

Abstract Poster

Blickt man auf personorientierte erziehungswissenschaftliche Begabungsforschung und intersektionale Diskriminierungsforschung, so scheinen sich beide Bereiche beinahe diametral gegenüberzustehen. Während Personorientierung dafür plädiert, Trennlinien nach Kategorien sozialer Ungleichheit zu überwinden, um jedes Kind als Person selbst zu betrachten (Weigand, 2021), rücken intersektionale Perspektiven genau jene strukturellen Selektions- und Nominierungsprozesse in den Fokus, an denen sich Dimensionen sozialer Ungleichheiten miteinander verweben (Schulz, 2022).
Beide Ansätze eint das Ziel eines gerechte(re)n Zuganges zu Bildung durch Abbau normierter Kategorisierungen (Boger, 2019). Dennoch werden beide Ansätze kaum gemeinsam verhandelt. Welche theoretischen Bezüge existieren bereits, welche können neu ergründet werden? Welche Wechselwirkungen liegen im Dazwischen? Und welche Schlüsse lassen sich für eine zukunftsgewandte, inklusionsorientierte Haltung in der forschenden Praxis ziehen?

Literatur

Boger, M.-A. (2019). Implikationen des Dekategorisierungsdiskurses der Inklusionspädagogik für den Begabungsbegriff. In C. Kiso & J. Lagies (Hrsg.), Begabungsgerechtigkeit: Perspektiven auf stärkenorientierte Schulgestaltung in Zeiten von Inklusion (S. 71-101). Springer VS.
Schulz, M. (2022). Die Entdeckung pädagogischer Individualität. Normalisierung und Ver-Anderung als Mechanismen differenzpädagogischen Denkens am Beispiel der Intersektion von Dis/ability und Migration. In B. Konz & A. Schröter (Hrsg.), DisAbility in der Migrationsgesellschaft. Betrachtungen an der Intersektion von Behinderung, Kultur und Religion in Bildungskontexten (S. 111–124). Julius Klinkhardt.
Weigand, G. (2021). Begabung, Bildung, Person: Entwicklung einer pädagogischen Begabungstheorie im Dialog mit der schulischen Praxis. In V. Müller-Oppliger & G. Weigand (Hrsg.), Handbuch Begabung (S. 46-64). Beltz.

Forschungsinteressen: Intersektionalität in Bildungsprozessen, Bildungsgerechtigkeit, Begabungsforschung