18.02.2026 –, Raum 5 (GW2 B1150)
Presentation of empirical project results (research currently being finalised at the time of the conference)
Abstract Einzelbeitrag –Die digitale Teilhabeforschung hat in den vergangenen Jahren wiederholt bestehende Ungleichheiten im Zugang zu und in der Nutzung von digitalen Medien bei Menschen mit Beeinträchtigungen nachgewiesen (Bosse & Hasebrink, 2016, Robinson et al., 2020, Sponholz & Boenisch, 2021). Für die Gruppe der Jugendlichen mit Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung deuten aktuelle Befunde jedoch auf eine Gegenentwicklung hin: Hinweise mehren sich, dass sich der „second digital divide“ in Bezug auf Nutzungskompetenzen zunehmend schließt oder bereits geschlossen hat (Sponholz, Schulze & Wolf, 2025; Sponholz & Wolf, 2025).
Parallel dazu haben sich die schulischen Rahmenbedingungen, insbesondere an Schulen mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt körperliche und motorische sowie Geistige Entwicklung, durch Investitionen im Rahmen des DigitalPakts grundlegend verändert. Ergebnisse einer NRW-weiten Online-Fragebogenbefragung von Lehrkräften (N = 484; KME = 304, GG = 180) zeigen, dass digitale Endgeräte und ausgewählte Lehr- und Lernmittel mittlerweile flächendeckend verfügbar sind.
Dennoch lassen sich digitale Medien bislang nicht durchgängig als regelmäßig eingesetzte didaktische Werkzeuge in der Unterrichtspraxis nachweisen. Dies verweist weniger auf Herausforderungen im grundsätzlichen Zugang zu digitalen Medien als didaktisches Medium, sondern auf eine unzureichende Integration in den didaktischen Alltag - potenziell ausgelöst durch unzureichendes WLAN, andere (höher priorisierte) Lernziele oder eine technologieaverse Haltung der Lehrkräfte.
Der Beitrag diskutiert auf dieser empirischen Grundlage exemplarisch die Folgen für inklusive Medienbildung. Wenn die Schulen nun flächendeckend ausgestaltet sind und die Medien dennoch nicht eingesetzt werden - wie könnte erreicht werden, dass digitale Medien als den analogen Medien gleichberechtigte Lehr- und Lernmittel im Unterricht ankommen? Wie könnte inklusive Medienbildung für und von morgen aussehen?
Bosse, I. & Hasebrink, U. (2016). Mediennutzung von Menschen mit Behinderungen. Forschungsbericht. (Aktion Mensch e.V. & die medienanstalten - ALM GbR, Hrsg.). Berlin; Bonn. Zugriff am 3.3.2019. Verfügbar unter: https://www.aktion-mensch.de/dam/jcr:8b186ca0-b0f1-46f8-acb1-a59f295b5bb4/aktion-mensch-studie-mediennutzung-langfassung-2017-03.pdf
Robinson, L., Schulz, J., Blank, G., Ragnedda, M., Ono, H., Hogan, B. et al. (2020). Digital inequalities 2.0: Legacy inequalities in the information age. First Monday, 25(7). https://doi.org/10.5210/fm.v25i7.10842
Sponholz, J., Schulze, M. & Wolf, K. (2025). Vom digitalen Ausschluss zur digitalen Partizipation? Mediennutzungsweisen von Jugendlichen mit Beeinträchtigung der körperlichen und motorischen Entwicklung. (Internationales Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI), Hrsg.)Televizion, 4–11.
Sponholz, J. & Boenisch, J. (2021). Digitale Mediennutzung von Jugendlichen im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung. Zeitschrift für Heilpädagogik, 72(11/21), 592–603.
Sponholz, J. & Wolf, K. (2025). Das Ende des Digital Divide? – Digitale Mediennutzung von Schüler:innen mit Beeinträchtigung der körperlichen und motorischen Entwicklung. Zeitschrift für Inklusion, (3). https://inklusion-online.net/index.php/inklusion-online/article/view/842
I am a PhD student at the Department of Special Education and Rehabilitation at the University of Cologne, Germany. In my PhD project, I’m studying the integration of Information and Communication Technology (ICT) by teachers during lessons. I am particularly interested in factors influencing the digital participation of children and young people.
Profil: https://www.hf.uni-koeln.de/40794
Kathrin Wolf ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln im Arbeitsbereich "Pädagogik für Menschen mit Beeinträchtigungen der körperlichen und motorischen Entwicklung" (Prof. Dr. Jens Boenisch). Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind digitale Mediennutzung in inklusiven Kontexten, progrediente Erkrankungen und Unterstützte Kommunikation.